Offline-Notfallcomputer: bau deinen Project NOMAD (und versorge ihn ohne Stromnetz)
Von Daniel Vega · Aktualisiert: 2026-06-06 · Methodik
Bei Notfallvorsorgeplan probieren wir Dinge aus, bevor wir sie empfehlen, und ein Offline-Notfallcomputer gehört zum Nützlichsten, was du bei einem langen Stromausfall oder ohne Internet haben kannst: alle Informationen und eine KI, die ohne Verbindung funktioniert. Die beste freie Lösung ist heute Project NOMAD (von Crosstalk Solutions, Apache-2.0). Diese Anleitung von Notfallvorsorgeplan erklärt, was es ist, die drei Builds nach Budget und — was kaum jemand erklärt — wie du ihn versorgst, wenn das Stromnetz weg ist.
Und wenn ich gar nicht technisch bin? Keine Sorge
Du musst nicht programmieren können. Stell dir NOMAD vor als eine Box mit der ganzen Wikipedia, Karten, medizinischen Ratgebern und einem ChatGPT-ähnlichen Assistenten, die auch ohne Internet und Empfang funktioniert. Die Installation ist eine einzige Zeile zum Kopieren und Einfügen (weiter unten), danach bedienst du alles im Browser wie jede Website. Der Rest —Docker, lokale KI, RAG— sind nur die Namen der Bausteine; das Installationsskript erledigt sie für dich. Und wenn du nicht weiterkommst, hilft eine Community.
Was ist Project NOMAD
NOMAD ist kein Gerät, sondern Software: eine webbasierte "Kommandozentrale", die per Docker eine Sammlung von Werkzeugen orchestriert, die offline laufen — lokaler KI-Chat (mit Ollama), der deine eigenen Dokumente durchsuchen kann (RAG), Wissensdatenbanken, Karten und mehr. Sie wird auf einem normalen Computer mit Ubuntu installiert (x86-64-Architektur; keine Raspberry Pi) und über den Browser bedient. Da sie frei ist, kostet dich der Aufbau nur die Hardware.
Was ein NOMAD bietet (und warum es ohne Internet so nützlich ist)
Über das Panel installierst du mit einem Klick Werkzeuge, die zu 100 % offline laufen. Die, die im Notfall wirklich den Unterschied machen:
- Kiwix — die komplette Wikipedia, medizinische Nachschlagewerke, Survival-Anleitungen und Bücher, ohne Verbindung. Das ist das Wertvollste: Medizin und Wissen, wenn das Netz weg ist.
- Lokaler KI-Chat (Ollama + RAG mit Qdrant) — ein Assistent, der über deine Dokumente (PDFs, Handbücher) antwortet und sucht, ohne etwas ins Internet zu senden.
- ProtoMaps — herunterladbare Regionalkarten mit Suche und Offline-Navigation.
- Kolibri — Khan-Academy-Kurse mit Fortschritt, praktisch, wenn Kinder im Haus sind.
- CyberChef und FlatNotes — lokale Werkzeuge für Daten und Notizen.
- Integriertes Benchmark — bewertet deine Hardware und vergleicht sie mit der Community.
Die KI ist optional: Das Offline-Wissen (Kiwix, Karten) rechtfertigt den Aufbau schon für sich allein und läuft auf bescheidener Hardware. Die KI ist das, was Leistung verlangt.
So sieht NOMAD von innen aus
Screenshots des echten Project-NOMAD-Panels, offline in Betrieb:
Screenshots: projectnomad.us (Crosstalk Solutions).
Die 3 Builds von Notfallvorsorgeplan nach deinem Budget
Welches KI-Modell in jede Stufe passt (Faustregel: ein quantisiertes Q4-Modell belegt ~0,6 GB je 1.000 Mio. Parameter): mit 16 GB betreibst du 7-8B-Modelle locker; mit 32 GB 13-14B und kommst nah an 30B; für 70B brauchst du reichlich VRAM/RAM (Build "Leistungsstark"). Ohne dedizierte GPU läuft die KI langsam, aber sie läuft; mit GPU steigt die Geschwindigkeit auf Dutzende bis Hunderte Tokens pro Sekunde (Crosstalk nennt 100-800+ t/s in seinem Hardware-Leitfaden, je nach Modell).
Hardware ändert sich schnell, deshalb verlinken wir auf Amazon-Suchen nach Spezifikation (nicht auf ein konkretes Modell, das morgen ausverkauft ist).
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- Intel-i5/i7-Prozessor ab der 8. Generation oder neuer (oder ein Ryzen 5)
- 16-32 GB Arbeitsspeicher
- SSD-Festplatte mit 500 GB
Generalüberholte Business-Geräte sind sehr zuverlässig und kommen meist mit Garantie; deshalb sind sie so günstig.
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Der beliebteste. Brauchbare lokale KI (starke iGPU), das gesamte Offline-Wissen.
Ein neuer Mini-PC vom Typ Minisforum oder Beelink mit Ryzen 7 oder 9.
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- Ryzen 7/9 mit integrierter Grafik Radeon 780M oder 890M (keine separate Grafikkarte nötig)
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- NVIDIA-RTX-3060-Grafikkarte mit 12 GB oder besser
- 32-64 GB Arbeitsspeicher
- 1-2 TB NVMe-Festplatte
Wie du ihn ohne Stromnetz versorgst (was die offizielle Anleitung nicht erklärt)
Ein Notfallcomputer nützt nichts, wenn ihm bei einem Stromausfall der Akku ausgeht. Schnelle Regel von Notfallvorsorgeplan: schau auf den Verbrauch und multipliziere ihn mit den Stunden, die du durchhalten willst. Ein Mini-PC mit integrierter Grafik zieht ~15-65 W; mit dedizierter GPU 150-300 W. Für den empfohlenen Build (~30 W) liefert eine Station mit 288 Wh also ~8-9 Stunden; mit GPU brauchst du 1.000 Wh oder mehr. Berechne deinen genauen Fall im Energie-Rechner und lade mit einem Solarpanel nach.
Rechne einen Puffer ein: die tatsächliche Laufzeit ist ~15-20 % geringer als die theoretische (Wh ÷ W), weil der Wechselrichter der Station beim Umwandeln auf 230 V etwas Energie verliert und die nutzbare Akkukapazität nicht 100 % beträgt. Deshalb nennen wir konservative Werte und dimensionieren lieber mit Reserve. Und ein Trick: wenn das Gerät es zulässt, versorge es per USB-C PD oder 12 V DC direkt aus der Station statt über die 230-V-Steckdose — so sparst du dir den Verlust des Wechselrichters.
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Schnellinstallation
Die vollständige offizielle Anleitung steht auf projectnomad.us/install. Wir fassen sie in 3 Schritten zusammen:
- Installiere Ubuntu auf einem Mini-PC. Für Nicht-Techniker nimm Ubuntu Desktop 24.04 LTS (mit Oberfläche wie Windows/Mac). Falls es nicht vorinstalliert ist: lade es herunter (kostenlos), schreibe es mit Rufus (Windows) oder balenaEtcher (Mac) auf einen USB-Stick und starte den PC von diesem Stick (beim Einschalten F12, Esc oder Entf drücken, um den Stick zu wählen). Internet brauchst du nur während der Installation; danach läuft es ohne Netz. Das ist der technischste Teil von allem und passiert nur einmal. Hinweis: nur x86 Bare-Metal — kein Proxmox/virtuelle Maschinen, kein WSL2, kein macOS.
- Öffne ein Terminal und füge den Befehl unten ein (du wirst nach deinem Passwort gefragt). Er lädt den offiziellen Installer herunter und führt ihn aus; dieser richtet alles per Docker ein (Kiwix, Ollama usw.). Das dauert eine Weile; halte ~250 GB frei, wenn du die KI und das gesamte Wissen willst.
- Sobald es fertig ist, öffne
http://localhost:8080im Browser auf dem Gerät selbst oderhttp://DIE_IP_DES_GERAETS:8080von einem anderen Gerät in deinem Netzwerk (die IP findest du in deinem Router oder mitip aim Terminal). Lade über das Panel die gewünschten Pakete (Wikipedia, Karten, Khan Academy…) und die KI-Modelle herunter.
sudo apt-get update && sudo apt-get install -y curl && curl -fsSL https://raw.githubusercontent.com/Crosstalk-Solutions/project-nomad/refs/heads/main/install/install_nomad.sh -o install_nomad.sh && sudo bash install_nomad.sh Offizielle Schritt-für-Schritt-Anleitung: projectnomad.us/install · empfohlene Hardware: projectnomad.us/hardware · Code: Crosstalk-Solutions/project-nomad · Community: Discord. NOMAD hat keine Authentifizierung: stelle es nicht ins offene Internet.
Daten aus dem echten Aufbau
- Komplette Wikipedia + detaillierte Weltkarten ≈ 250 GB: eine 1-TB-SSD reicht locker (auch Khan Academy und hunderte Ressourcen passen).
- Referenz-Hardware des Projekts: ein Mini-PC Minisforum MS01 (x86).
- Nur x86 bare-metal: nicht unterstützt unter Proxmox/VMs, WSL2 oder macOS.
Quelle: offizielles Installationsvideo (Crosstalk Solutions).
Häufige Fragen
- Was genau ist Project NOMAD?
- Es ist freie Software (Apache-2.0), die einen normalen Computer in eine Offline-"Kommandozentrale" für den Notfall verwandelt: ein Panel, das per Docker eine Sammlung von Werkzeugen und Informationen orchestriert, die OHNE Internet funktionieren — lokaler KI-Chat (Ollama) mit Suche über deine Dokumente (RAG), Wissensdatenbanken, Karten und mehr. Entwickelt wird es von Crosstalk Solutions.
- Brauche ich eine Raspberry Pi?
- Nein. NOMAD ist für x86-64 gedacht (ein Mini-PC oder Desktop mit Ubuntu), offiziell nicht für die Raspberry Pi (ARM-Unterstützung steht auf der Roadmap). Für die KI gilt: je mehr Leistung und Grafikspeicher, desto besser.
- Wie viel Akku brauche ich, um ihn bei einem Stromausfall zu nutzen?
- Das hängt vom Verbrauch ab: ein Mini-PC mit integrierter Grafik zieht ~15-65 W, eine Station mit 288 Wh liefert dir also ~8-9 Stunden bei 30 W. Mit dedizierter GPU (150-300 W) brauchst du eine Station mit 1.000 Wh oder mehr. Berechne deinen Fall mit dem Energie-Rechner von Notfallvorsorgeplan und lade sie mit einem Solarpanel nach.
- Lohnt sich der Eigenbau oder kaufe ich ein fertiges Set?
- Wenn du schon einen Mini-PC oder Desktop hast, ist der Aufbau von NOMAD kostenlos (die Software ist frei) und deutlich leistungsfähiger als ein fertiges Set. Wenn du bei null anfängst, ist der empfohlene Build (~500-800 €) der Sweet Spot. Den entscheidenden Unterschied im Notfall macht nicht der Computer, sondern dass du ihn vorher getestet hast und ihn ohne Stromnetz versorgen kannst.