Notfall-Kit Sturmflut an der Nordsee

Notfall-Kit Sturmflut Nordsee: Vorbereitung 2026

Thomas Weber · · 10 Min. Lesezeit · Planung & Szenarien

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Notfall-Kit Sturmflut Nordsee: Was Sie Jetzt Vorbereiten Müssen

Am 16. Februar 1962, gegen zwei Uhr nachts, brachen in Hamburg die Deiche. Das Wasser kam nicht langsam. Es kam auf einmal. In Wilhelmsburg standen Menschen innerhalb von Minuten bis zur Brust im eiskalten Salzwasser. 315 Menschen starben allein in Hamburg. Viele von ihnen schliefen, als die Flut kam.

Die Hamburger Sturmflut 1962 war die schlimmste Naturkatastrophe der deutschen Nachkriegszeit. Und sie war kein Einzelfall. Sturmtief Xaver drückte im Dezember 2013 den Pegel in Hamburg auf 6,09 Meter über Normalnull — höher als 1962. Sturmtief Zeynep schickte im Februar 2022 eine Sturmflut die Elbe hinauf, bei der an der gesamten niedersächsischen Küste die Warnstufe 3 galt.

Der Unterschied zwischen 1962 und heute? Die Deiche sind höher. Die Warnsysteme funktionieren besser. Aber eines hat sich nicht geändert: Wenn die Deiche versagen oder das Wasser über sie hinweggeht, sind Sie auf sich selbst angewiesen. Und genau dafür brauchen Sie ein Notfall-Kit Sturmflut Nordsee, das griffbereit neben der Haustür steht.

Dieser Ratgeber ist nicht für Inselbewohner — dafür haben wir den Notvorrat für Inselversorgung Nordsee & Ostsee. Hier geht es um Sie: Bewohner der Festlandsküste in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Um ein Kit für 72 Stunden Evakuierung. Kompakt, wasserdicht, sofort einsatzbereit.


Was Sturmflut von normalem Hochwasser unterscheidet

Wenn im Ahrtal das Wasser steigt, kündigt sich das Tage vorher an. Pegel steigen langsam. Man kann beobachten, abwarten, reagieren. Bei einer Sturmflut an der Nordsee ist das anders. Grundlegend anders.

Was Sie über Sturmflut wissen müssen:

Geschwindigkeit. Ein Nordweststurm drückt das Wasser der Nordsee wie in einen Trichter gegen die deutsche Küste. Der Pegel kann innerhalb von Stunden um 3 bis 4 Meter steigen. Nicht über Tage — über Stunden.

Salzwasser. Flusshochwasser bringt Süßwasser mit Schlamm. Sturmflut bringt Salzwasser. Das zerstört Trinkwasserleitungen, kontaminiert Brunnen und greift Elektroinstallationen deutlich aggressiver an als Süßwasser. Nach der Sturmflut 1962 waren Trinkwasserbrunnen an der Küste monatelang unbrauchbar.

Stromausfall durch Überflutung. Umspannwerke und Verteilerstationen in Küstennähe stehen oft nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. Bei einer schweren Sturmflut werden sie überflutet. Kein Strom bedeutet: kein Licht, keine Heizung, kein Mobilfunknetz, keine Kartenzahlung.

Blockierte Evakuierungsrouten. Brücken über Flüsse, die in die Nordsee münden, werden bei Sturmflut gesperrt. Straßen in Deichnähe stehen unter Wasser. Wer zu spät evakuiert, sitzt fest.

Wer sich für Hochwasser durch Flüsse im Binnenland interessiert, findet in unserem Ratgeber Hochwasser-Vorsorge mit Lehren aus dem Ahrtal die passenden Informationen. Hier geht es ausschließlich um die Küste.


Wann Sie evakuieren müssen: Warnstufen und Warnsysteme

Das BSH (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie) gibt die offiziellen Sturmflutwarnungen für die deutsche Küste heraus. Es gibt drei Stufen, und Sie sollten alle drei kennen:

WarnstufeWasserstand über MHWBedeutung
Sturmflut1,0–1,5 mErhöhte Wasserstände, Aufmerksamkeit
Schwere Sturmflut1,5–2,5 mÜberflutung tiefliegender Küstengebiete möglich
Sehr schwere Sturmflutüber 2,5 mAkute Gefahr, Evakuierung empfohlen

MHW steht für mittleres Hochwasser — also der normale Tidenhöchststand. Bei einer sehr schweren Sturmflut liegt der Wasserstand mehr als 2,5 Meter darüber. Zum Vergleich: Die Sturmflut 1962 in Hamburg erreichte 5,70 Meter über Normalnull. Xaver 2013 sogar 6,09 Meter — aber da hielten die nach 1962 erhöhten Deiche.

Welche Warnsysteme Sie nutzen sollten

NINA-App (BBK). Push-Benachrichtigungen bei Sturmflutwarnungen für Ihren Standort. Installieren Sie die App und aktivieren Sie standortbasierte Warnungen. Das dauert zwei Minuten.

Cell Broadcast. Seit Februar 2023 aktiv. Bei extremer Gefahr erhalten alle Handys in der betroffenen Funkzelle eine Warnung. Auch ohne App.

DWD-Warnungen. Der Deutsche Wetterdienst warnt über Unwetter und Sturmflut. Online unter dwd.de oder über die WarnWetter-App.

Küstenschutz-Dienste der Länder. Niedersachsen: NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz). Schleswig-Holstein: LKN.SH (Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz). Beide betreiben Pegelstationen und eigene Warndienste.

Sirenen. Nach dem Ahrtal-Desaster 2021, wo viele Sirenen abgebaut waren, wurden sie an der Küste wieder flächendeckend installiert. Eine Minute auf- und abschwellender Ton bedeutet: Radio einschalten, Anweisungen befolgen.

Kurbelradio. Wenn alles ausfällt — Strom, Mobilfunk, Internet — bleibt UKW. Das Radio ist Ihre Lebensader.

Meine Faustregel: Wenn das BSH eine schwere oder sehr schwere Sturmflut ankündigt, bereiten Sie die Evakuierung vor. Warten Sie nicht, bis das Wasser kommt. Lieber sechs Stunden zu früh losgefahren als zehn Minuten zu spät.

Experten-Tipp des BSH: „Bei einer sehr schweren Sturmflut können zwischen Warnung und Überflutung nur wenige Stunden liegen. Wer seinen Evakuierungsplan und sein Notfall-Kit noch nicht vorbereitet hat, wenn die Warnung kommt, hat die Zeit meist nicht mehr dafür.”

— Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Ratgeber Sturmflutvorsorge


Das Notfall-Kit für Sturmflut: Alles muss wasserdicht sein

Der fundamentale Unterschied zwischen einem normalen Notfallrucksack und einem Sturmflut-Kit: Alles wird nass. Bei einer Evakuierung waten Sie möglicherweise durch knietiefes Salzwasser. Regen, Gischt, überflutete Straßen — Ihr Kit muss das überstehen.

Wenn Sie eine allgemeine Packliste für den 72-Stunden-Rucksack suchen, lesen Sie unsere Bester Notfallrucksack 72 Stunden. Hier konzentrieren wir uns auf das, was bei Sturmflut anders ist.

Die wasserdichte Tasche: Ihr wichtigstes Ausrüstungsstück

Vergessen Sie den normalen Wanderrucksack. Bei Sturmflut brauchen Sie eine vollständig wasserdichte Tasche. Eine 20-Liter-Drybag reicht für das Nötigste einer Person. Rollverschluss oben, verschweißte Nähte, IP67 oder besser.

Wasserdichte Tasche 20L mit Schultergurt

Rollverschluss-Drybag, vollständig wasserdicht. Schützt Dokumente, Elektronik und Kleidung bei der Evakuierung durch überflutete Gebiete. Kompakt genug für schnelles Greifen.

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Was in die Drybag kommt, packen Sie zusätzlich in Zip-Beutel. Doppelter Schutz. Klingt übertrieben — bis Sie mit dem Kit durch Salzwasser laufen und froh sind, dass die Dokumente trocken geblieben sind.

Wasserfilter: Weil Leitungswasser kontaminiert sein wird

Nach einer Sturmflut ist Leitungswasser in Küstennähe fast immer unbrauchbar. Salzwasser dringt in die Leitungen, Kläranlagen werden überflutet, Fäkalien mischen sich mit dem Trinkwasser. Das NLWKN warnt ausdrücklich: Nach Sturmflut kein Leitungswasser trinken, bis die Behörden Entwarnung geben.

Packen Sie 1,5 Liter Trinkwasser ein — für die ersten Stunden. Und dazu einen kompakten Wasserfilter für unterwegs.

Sawyer Mini Wasserfilter

56 Gramm, filtert 99,99999 % aller Bakterien und Protozoen. Bis zu 400.000 Liter Kapazität. Für Notunterkünfte und unterwegs, wenn sauberes Trinkwasser nicht verfügbar ist.

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Wichtig: Der Sawyer Mini filtert Bakterien und Protozoen, aber kein Salz. Wenn nur Salzwasser verfügbar ist, hilft kein Filter. Deshalb die 1,5 Liter eigenes Wasser plus Micropur-Tabletten als Backup. In Notunterkünften wird Trinkwasser vom THW oder DRK bereitgestellt — der Filter überbrückt die Zeit bis dahin.

Kurbelradio: Ihre einzige Informationsquelle ohne Strom

Bei der Sturmflut Xaver 2013 fielen in Teilen von Cuxhaven und Bremerhaven gleichzeitig Strom und Mobilfunknetz aus. Wer kein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio hatte, war informationsblind. Keine Warnung, keine Entwarnung, kein Kontakt.

Kurbelradio DAB+ Solar mit 12.000 mAh Akku

DAB+ und UKW ohne Steckdose. Integrierter 12.000-mAh-Akku, Solarpanel und Handkurbel. USB-Ausgang zum Notladen des Handys. LED-Taschenlampe integriert.

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Das Kurbelradio ist bei Sturmflut noch wichtiger als bei einem normalen Stromausfall. Der DWD sendet über UKW und DAB+ laufend aktualisierte Pegelstände und Evakuierungsanweisungen. Diese Informationen können über Ihre Route und Ihr Timing entscheiden.

Powerbank: Weil die Steckdose nicht funktioniert

In überfluteten Gebieten wird der Strom abgeschaltet — absichtlich, um Kurzschlüsse und Brände zu verhindern. Das kann Tage dauern. Ihr Smartphone ist aber Ihr Zugang zu Notfallkontakten, Karten und der NINA-App, sobald das Mobilfunknetz wieder steht.

Powerbank 20.000 mAh Schnellladung

Lädt Smartphone 3–4 Mal vollständig (real, nach Umwandlungsverlusten). USB-C und USB-A. Kompakt genug für die Drybag. Halten Sie sie dauerhaft auf 60–80 % geladen.

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Laden Sie die Powerbank alle drei Monate auf. Lithium-Akkus verlieren bei Tiefentladung dauerhaft Kapazität. 60–80 % Ladezustand ist optimal für die Langzeitlagerung.


Sturmflut-Checkliste: Was in Ihr Kit gehört

Diese Liste ist spezifisch für ein Notfall-Kit Sturmflut Nordsee. Kein allgemeiner Notfallrucksack — sondern genau das, was Sie bei einer Küstenevakuierung brauchen.

Wasserdicht verpackt (in der Drybag):

  • Dokumentenkopien in laminierter Hülle: Personalausweis, Versicherungspolicen, Grundbuchauszug
  • USB-Stick mit digitalen Kopien (verschlüsselt)
  • Bargeld: 200–300 Euro in kleinen Scheinen und Münzen
  • Persönliche Medikamente für 7 Tage
  • Medikamentenplan auf Papier
  • Powerbank 20.000 mAh (vorgeladen)
  • Smartphone-Ladekabel
  • Kurbelradio

In der Außentasche (schneller Zugriff):

  • LED-Stirnlampe (USB-ladbar)
  • Wasserfilter Sawyer Mini
  • Trillerpfeife
  • Rettungsdecke (2 Stück)

Separat greifen (neben der Drybag):

  • 1,5 Liter Trinkwasser in Hartflasche
  • Kompaktnahrung NRG-5 (1 Packung, 2.300 kcal)
  • Energieriegel (4–6 Stück)
  • Regenjacke und wasserdichte Hose
  • Wechselwäsche in Zip-Beutel: Unterwäsche, Socken, T-Shirt
  • Feste, geschlossene Schuhe (stehen neben der Tür, nicht im Kit)

Gesamtgewicht: Unter 8 kg. Das schaffen Sie auch unter Stress über mehrere hundert Meter durch überflutetes Gelände.


Haustiere, Fahrzeug und was Sie zurücklassen

Haustiere

Die Transportbox für Hund oder Katze steht griffbereit. Nicht im Keller. Nicht im Schuppen. Neben der Haustür. Dazu: Futter für 3 Tage, Trinknapf, Leine. In Notunterkünften werden Tiere oft nicht aufgenommen — klären Sie vorher, welche Unterkünfte in Ihrer Region Haustiere akzeptieren. Das DRK und die örtlichen Tierheime können Auskunft geben.

Fahrzeug

Wenn Sie Zeit haben: Fahren Sie das Auto auf höher gelegenes Gelände. Nicht in die Tiefgarage — die läuft als erstes voll. Tankfüllung mindestens halb voll halten, denn Tankstellen funktionieren ohne Strom nicht.

Wenn das Wasser schon auf der Straße steht: Lassen Sie das Auto stehen. Bereits 30 Zentimeter fließendes Wasser können ein Fahrzeug zum Schwimmen bringen. Ihr Leben ist wichtiger als das Auto.

Was Sie NICHT mitnehmen

Keine schweren Wertsachen. Kein Laptop (außer er enthält unwiederbringliche Daten). Keine Sammlung, kein Erbstück, das mehr als 2 kg wiegt. Jedes Kilo, das Sie zusätzlich tragen, verlangsamt Sie. Und Geschwindigkeit kann bei Sturmflut über Leben und Tod entscheiden.


Evakuierungsplan: Ihre Region, Ihre Routen

Hochwassergefahrenkarten prüfen

Bevor Sie planen, müssen Sie wissen, ob Sie überhaupt in einem gefährdeten Gebiet leben.

Hamburg: Das Geoportal der Stadt Hamburg zeigt Sturmflut-Überschwemmungsgebiete. Wilhelmsburg, HafenCity, Finkenwerder und Teile von Harburg liegen in der Sturmflutzone. Nach 1962 wurden die Deiche auf 7,30 bis 9,25 Meter erhöht — aber ein Restrisiko besteht.

Niedersachsen: Der NLWKN stellt Hochwassergefahrenkarten bereit. Besonders gefährdet: Cuxhaven, Bremerhaven, die Weser- und Elbe-Marschen, das Jadebusen-Gebiet und die ostfriesische Küste.

Schleswig-Holstein: Das LKN.SH veröffentlicht Karten der Sturmflut-Risikozonen. Nordfriesland, Dithmarschen und die Elbmarschen sind die Hauptrisikogebiete.

Geben Sie Ihre Adresse ein. Schauen Sie sich das Ergebnis an. Wenn Sie in einer Risikozone leben, ist alles in diesem Artikel für Sie relevant.

Evakuierungsrouten planen

Zwei Routen. Mindestens. Weil die erste blockiert sein kann.

Was Sie meiden:

  • Unterführungen — füllen sich bei Sturmflut zuerst
  • Straßen entlang von Deichen — werden bei Deichbruch sofort überschwemmt
  • Brücken über küstennahe Flüsse — werden bei Sturmflut gesperrt
  • Tiefgelegene Straßenabschnitte

Treffpunkt festlegen. Falls die Familie getrennt wird. Höher gelegener Ort, den alle kennen. Schule auf dem Geesthang. Parkplatz am Krankenhaus. Nicht der Supermarkt an der Hauptstraße — der steht vielleicht unter Wasser.

Gehen Sie die Routen einmal ab. Zu Fuß. Nicht mit dem Auto. Bei einer Evakuierung durch überflutete Straßen gehen Sie möglicherweise zu Fuß. Und dann zählt es, dass Sie die Strecke kennen.

Wer einen umfassenden Familienplan erstellen will, findet in unserer Anleitung zum Notfallrucksack Packen praktische Hinweise zur Organisation.


Häufig gestellte Fragen

Was gehört in ein Notfall-Kit für Sturmflut?

Alles, was Sie in 72 Stunden ohne Strom und sauberes Wasser brauchen — verpackt in einer wasserdichten Tasche. Dokumente, Medikamente, Bargeld, Wasserfilter, Kurbelradio, Powerbank, Kompaktnahrung, Trinkwasser und Wechselkleidung. Der Unterschied zum normalen Notfallrucksack: Alles muss Salzwasser überstehen. Deshalb Drybag statt Wanderrucksack.

Wie früh sollte ich bei Sturmflutwarnung evakuieren?

Sobald das BSH eine schwere Sturmflut (ab 1,5 m über MHW) meldet: Vorbereitung starten, Kit greifen, Routen prüfen. Bei sehr schwerer Sturmflut (über 2,5 m über MHW): Sofort evakuieren. Die Sturmflut 1962 zeigte: Wer um Mitternacht noch zögerte, kam nicht mehr raus. Der Wasseranstieg kann innerhalb weniger Stunden von “unangenehm” zu “lebensgefährlich” kippen.

Wie unterscheidet sich Sturmflut von normalem Hochwasser?

Drei entscheidende Unterschiede. Erstens: Geschwindigkeit. Sturmflut steigt in Stunden, Flusshochwasser in Tagen. Zweitens: Salzwasser. Kontaminiert Trinkwasser und zerstört Elektrik aggressiver als Süßwasser. Drittens: Flächenwirkung. Eine Sturmflut trifft die gesamte Küstenlinie gleichzeitig, nicht nur ein Flusstal. Die Rettungskräfte müssen sich auf Hunderte Kilometer Küste verteilen.

Welche Warnsysteme gibt es für Sturmflut an der Nordseeküste?

Fünf Schichten: NINA-App (Push-Warnungen vom BBK), Cell Broadcast (erreicht alle Handys automatisch), DWD-Sturmflutwarnungen (offiziell vom Wetterdienst), BSH-Pegelvorhersagen (Wasserstandsprognosen) und Sirenen (seit 2023 wieder flächendeckend). Dazu die Landesdienste NLWKN und LKN.SH. Mein Rat: NINA installieren und ein Kurbelradio griffbereit haben. Dann sind Sie doppelt abgesichert.

Brauche ich eine wasserdichte Tasche im Notfall-Kit?

Ja. Ohne Wenn und Aber. Bei Sturmflut stehen Straßen unter Salzwasser. Keller laufen voll. Regen und Gischt durchnässen alles. Ihre Dokumente, Medikamente und Elektronik überleben das nur in einer Drybag mit Rollverschluss. Eine 20-Liter-Drybag kostet unter 25 Euro. Das ist vermutlich die beste Investition in Ihrem gesamten Notfall-Kit.


Jetzt handeln: Die ersten 15 Minuten

Sie müssen nicht alles heute kaufen. Aber Sie können heute anfangen.

Öffnen Sie die Hochwassergefahrenkarte Ihres Bundeslandes. Geben Sie Ihre Adresse ein. Schauen Sie, ob Sie in einer Sturmflut-Risikozone leben.

Installieren Sie die NINA-App. Aktivieren Sie standortbasierte Warnungen. Zwei Minuten.

Legen Sie eine wasserdichte Hülle mit Dokumentenkopien an. Personalausweis, Versicherung, Notfallkontakte. Eine Stunde, wenn Sie gründlich sind.

Den Rest — Drybag, Wasserfilter, Kurbelradio, Powerbank — bestellen Sie diese Woche. Packen Sie alles zusammen. Stellen Sie es neben die Haustür. Nicht in den Keller. Nie in den Keller.

In Hamburg standen 1962 Menschen nachts um zwei im Wasser und hatten nichts. Kein Kit. Keine Warnung. Keine Route. Heute haben Sie all das. Die Frage ist nur, ob Sie es vorbereiten.

Die nächste Sturmflut kommt. Die Frage ist nicht ob. Die Frage ist, ob Sie dann bereit sind.


Folgen Sie im Ernstfall immer den Anweisungen der zuständigen Behörden und Rettungsdienste (Notruf 112). Die Informationen in diesem Artikel dienen der präventiven Vorbereitung und ersetzen nicht die aktuelle Gefahreneinschätzung durch offizielle Stellen wie das BBK, das BSH, den DWD oder das THW.

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Thomas Weber

Gründer von Notfallvorsorgeplan. Schreibt über Notfallvorsorge mit einem praktischen Ansatz, basierend auf offiziellen Quellen und ohne Panikmache.

Häufig gestellte Fragen

Was gehört in ein Notfall-Kit für Sturmflut?
Wasserdichte Tasche mit Dokumenten, Wasserfilter, Kurbelradio mit DAB+, Powerbank 20.000 mAh, Bargeld in kleinen Scheinen, persönliche Medikamente für 7 Tage, Kompaktnahrung für 72 Stunden, wasserdichte Kleidung und Stirnlampe. Alles muss in einer wasserdichten Tasche transportiert werden — bei Sturmflut wird alles nass.
Wie früh sollte ich bei Sturmflutwarnung evakuieren?
Sobald eine schwere Sturmflutwarnung (ab 2,5 m über MHW) vom BSH oder DWD ausgegeben wird, sollten Sie evakuieren. Bei einer sehr schweren Sturmflut (über 3,5 m über MHW) ist sofortige Evakuierung Pflicht. Die NINA-App und das Kurbelradio liefern aktuelle Warnungen. Grundregel: Lieber 6 Stunden zu früh als 10 Minuten zu spät.
Wie unterscheidet sich Sturmflut von normalem Hochwasser?
Eine Sturmflut wird durch Sturm über der Nordsee verursacht, der Wasser gegen die Küste drückt. Normales Flusshochwasser entsteht durch Regen und Schneeschmelze im Binnenland. Sturmflut bringt Salzwasser, steigt in Stunden statt Tagen, und betrifft die gesamte Küstenlinie gleichzeitig. Die Zerstörungskraft ist durch die Kombination aus Wellenschlag und Wasserstand deutlich höher.
Welche Warnsysteme gibt es für Sturmflut an der Nordseeküste?
Das BSH gibt offizielle Sturmflutwarnungen heraus. Der DWD warnt über Wetter und Sturmflut. Die NINA-App des BBK pusht Warnungen aufs Smartphone. Cell Broadcast erreicht alle Handys bei extremer Gefahr. Küstenländer betreiben eigene Warndienste: NLWKN in Niedersachsen, LKN.SH in Schleswig-Holstein. Sirenen an der Küste sind seit 2023 wieder flächendeckend aktiv.
Brauche ich eine wasserdichte Tasche im Notfall-Kit?
Unbedingt. Bei einer Sturmflut steht Salzwasser in Straßen und Kellern. Selbst bei der Evakuierung waten Sie möglicherweise durch knietiefes Wasser. Dokumente, Elektronik und Medikamente überleben das nur in einer wasserdichten Tasche. Eine 20-Liter-Drybag kostet unter 25 Euro und schützt alles Wichtige.

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